Tomatige Tumulte entfachen Ernährungskrieg
Aus dem Kochtopf, 28.08.2009 – In einem kleinen Kaff in Ostspanien tobt ein abscheulicher Krieg. Erschütternde Szenen spielen sich in dem Krisengebiet rund um den Ort Buñol ab. Menschen, die knietief durch eine Pampe aus Blut, Fäkalien und Tomaten waten. Verängstigte Touristen, die sich ihre brennenden Augen reiben und nur noch rot sehen. Warum veranstalten halbwegs zivilisierte Menschen ein solches Schlamassel?
Nach ersten Informationen des Weltsicherheitsrats liegen die Gründe für die noch immer andauernden Gefechte im kulturellen Bereich. Die spanische Landbevölkerung wollte die fortschreitende Globalisierung der Geschmacksnerven einfach nicht länger hinnehmen. „Wir wollen eine Welt, in der man Serrano-Schinken ohne Senf isst und in der kein Ketchup auf die Calamares kommt!“ so der Restaurante-Besitzer Emilio Buttergueño. „Wir haben die Schnauze voll von diesem beschissenen Ess-Imperialismus!“
Und so stellten sich die tapferen Bauern mit ihrem Glauben an bessere Essgewohnheiten gegen das System. Sie zogen bewaffnet mit überreifen Tomaten und einem Herz voll Tapas in die Schlacht gegen das weltweite Billigfraßkartell. Sie zermanschten diese blutroten Früchte in einem Akt der grenzenlosen Zerfleischtomatung und suhlen sich seither im Ketchup.

Die Schnauze voll von Ketchup: |
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Ernährungsaktivisten im Kampf für leckeres Essen. |
Beobachter des Roten Kreuzes berichten davon, dass die Grenze des guten Geschmacks längst überschritten sei. „Es wird langsam richtig eklig“, berichtete einer der Blaubeerhelme. „Wenn nicht bald etwas passiert, dann stinkt diese widerwärtige rote Paste zum Himmel.“
Von Seiten der Tomatenaktivisten ist zu hören, dass sie demnächst ein Brot „so groß wie ein Gebirge“ backen wollen, gegen generisches Toastbrot und Aufbackbrötchen zu demonstrieren. Und danach wollen sie ganz Europa mit einer Schicht Coca-Cola verätzen.
Na guten Appetit! Und Prost Mahlzeit.
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