Living Stones

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Seit Jahrzehnten werden Spiele systematisch manipuliert

Aus der VIP-Lounge, 24.11.2009 - Die ersten Meldungen über den neuerlichen Betrugsskandal im Profifußball erschütterten die Republik wie ein Erdbeben. Die Anhängerschaft wollte partout nicht wahrhaben, dass ihr König Fußball ein Lügenbaron sein soll. Die schmerzliche Einsicht, dass es im Bundesligageschäft eben doch nicht ums Toreschießen geht, sondern einzig und allein ums Geld, sorgt für Fassungslosigkeit. Immer mehr pikante Details offenbaren nun das ganze Ausmaß der verbrecherischen Machenschaften.

So scheinen mafiöse Banden systematisch in das Geschehen rund um das runde Leder einzugreifen. Und das schon seit Jahren. Hinter dem Deckmantel von Sponsoringverträgen nehmen sie Einfluss auf die Qualität der Mannschaften und somit auf den Erfolg der Vereine. „Wir beobachten diese Entwicklung schon seit Jahrzehnten“, bestätigt ein DFB-Sprecher. „Angefangen hat dieser Betrug 1973, als Eintracht Braunschweig als erstes Team ein Firmenlogo auf der Brust präsentierte. Von da an waren der Manipulation Tür und Torraum geöffnet.“

 

Trikotsponsoring 1973 - der Anfang vom Ende?

 

Die Einflussnahme durch zahlungskräftige Geldgeber hat inzwischen schwindelerregende Dimensionen erreicht: Bekam Braunschweig in den 70ern noch 100.000 Mark pro Jahr von Jägermeister dafür überwiesen, dass sie mit deren Hirsch-Konterfei aufliefen, erhält der FC Bayern München derzeit jährlich 25 Millionen Euro von der Deutschen Telekom fürs Trikotsponsoring. Verglichen mit den läppischen 2,7 Millionen, die der VfL Bochum einstreicht, kann hier von Chancengleichheit keine Rede sein. Längst kontrollieren die einflussreichen Geldgeber den Ausgang der Spiele.

Gerade der FC Bayern ist ein Paradebeispiel für die zunehmende Manipulation im Fußball durch Sponsoring. Erst vor wenigen Wochen verkündete Manager Uli Hoeneß, dass er einen Vertrag mit Audi über sage und schreibe 200 Millionen unterzeichnet habe. „Wir sind die Bayern und wir müssen immer gewinnen. Egal wie!“ sagte Uli Hoeneß in seiner gewohnt bescheidenen Art dazu. „Und wenn wir uns mit dem Geld von Sponsoren einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen können, dann nutzen wir das natürlich gnadenlos aus.“ Ob Hoeneß’ Verstrickung in diesen Manipulationsskandal auch der Grund dafür ist, warum er Ende des Jahres aus seinem Amt ausscheidet, bleibt Spekulation.